OnePager TF1

TF 1Akzeptanz und Partizipation

Die Gestaltung der Energie- und Verkehrswende, die mit dem Forschungscampus Mobility2Grid angestrebt wird, ist mit großen Herausforderungen verbunden. Die kritischen Punkte in diesem Transformationsprozess sind nicht nur rein technischer, sondern auch sozialer Natur. Zentrale Parameter sozialer Praktiken des Alltagslebens und der Alltagsroutinen der Bürger/innen stehen auf dem Prüfstand. Aktuelle gesellschaftliche Konflikte beim Ausbau des Stromnetzes und der Aufstellung von Windkraftanlagen sowie die nach wie vor zurückhaltende Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland zeigen, dass der Transformationsprozess von Komplexität und Unsicherheit geprägt ist und auf Akzeptanzprobleme stößt. Ohne breite Akzeptanz kann eine Innovationsdiffusion, d.h. eine Verbreitung und Marktdurchdringung, nicht erfolgreich sein. Damit der Transformationsprozess gelingt, müssen die betroffenen Akteur/innen partizipieren, d.h. ihre Befürchtungen, Erwartungen, Interessen und Vorstellungen einbringen. Partizipation trägt außerdem dazu bei, innovative Leistungen und Konzepte so auszugestalten, dass sie als alltagspraktikabel und nützlich von aktuellen und zukünftigen Nutzer/innen akzeptiert werden.

Die Verbindung von Elektromobilität und Erneuerbaren Energien, wie sie im Forschungscampus Mobility2Grid (M2G) in einem intelligenten Stromnetz realisiert wird, bietet die Möglichkeit zur Untersuchung und Entwicklung von akzeptanzfördernden Maßnahmen, die auch auf andere räumliche Areale übertragbar sein werden. Das EUREF-Gelände, das sich im Wesentlichen als Ort des Arbeitens auszeichnet, ist ein Raum, in dem technologische und soziale Praktiken entstehen, die die weitere Entwicklung der Verbindung von Energie- und Verkehrswende prägen werden.

Eröffnung der Campusausstellung (© IBBA/ARTE / Theodor Sakatis) Planungszelle (© IBBA/ARTE)
Eröffnung der Campusausstellung (© IBBA/ARTE / Theodor Sakatis) Planungszelle (© IBBA/ARTE)

 

Folgende Fragen und Ziele stehen im Zentrum des Themenfeldes:

  1. Welche Akzeptanz erhält das auf dem EUREF-Gelände entwickelte Mobility2Grid-Modell bei verschiedenen Akteur/innen und Nutzergruppen auf dem und im Umfeld des Areals? Welche Merkmale müssen die entwickelten technologischen Lösungen und die mit ihnen verbundenen Handlungsroutinen haben, um die Akzeptanz zu erhöhen? Welche Maßnahmen lassen sich daraus ableiten? (Ziel: Akzeptanzanalyse, Entwicklung Akzeptanzmodell)
  2. Welche Konstellationen von Akteur/innen sind auf dem Gelände und im Umfeld des Geländes im Hinblick auf Partizipation und Akzeptanzerhöhung relevant? Wie lassen sich diese Konstellationen mit ihren relevanten Faktoren und Relationen darstellen? (Ziel: Konstellationsanalyse)
  3. Welche Partizipationsformate könnten die Akzeptanz des Mobility2Grid-Modells erhöhen und seine Übertragung erleichtern? Welche partizipativen Geschäftsmodelle in genossenschaftlicher Form lassen sich eruieren, um Akteur/innen anderer Areale zur Übernahme des Modells zu motivieren und Akzeptanz für die damit verbundenen Veränderungen der Handlungsroutinen zu schaffen? (Ziel: Erprobung Partizipationsformate)
  4. Welche Erfahrungen können im Hinblick auf Akzeptanz und Partizipation für eine Übertragung des Modells auf ein Areal mit anderer sozialer Struktur (Mischstruktur Wohnen, Arbeiten, Freizeit) für eine Hochskalierung gewonnen werden? (Ziel: Erprobung und Analyse für eine Übertragung auf andere Areale, Adaption im Hinblick auf Hochskalierung)
  5. Mit welchem Konzept können Quartiere, die zukünftig das Mobility2Grid-Modell übernehmen wollen, im Hinblick auf die Akzeptanzerhöhung beraten werden? (Ziel: Beratungskonzept zur Übertragung von Mobility2Grid)

 



Für die Bearbeitung der zentralen Fragestellungen wird ein triangulierendes Design mit quantitativen und qualitativen Methoden empirischer Sozialforschung eingesetzt. Es umfasst Dokumentenanalysen, teilnehmende Beobachtung, Befragungen, Experteninterviews und Fokusgruppen sowie verschiedene Partizipationsformate.

Zudem wird in Themenfeld 1 die interne Qualitätssicherung operativ betrieben. Koordiniert durch den Mobility2Grid e.V. werden die Produkte und Prozesse aller Themenfelder des Forschungscampus kontinuierlich bewertet, ihre Beiträge zur Gesamtfragestellung analysiert und die erbrachten Leistungen in regelmäßigen Reports an den Vorstand des Mobility2Grid e.V. berichtet.


 

Partner: WZB/Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik (Koordination); TU-Berlin/Institut für Berufliche Bildung/Fachgebiet Arbeitslehre/Technik

 


 

Themenfeldkoordination:
Leitung: Dr. Dagmar Simon (WZB), Stellvertretung: Jan-Christoph Rogge (WZB)
Kontakt: TF1@mobility2grid.de