Mehr Sicherheit für das Berliner Stromnetz: Prof. Kai Strunz im rbb Interview
M2G-Vorstandsmitglied Prof. Kai Strunz (TU Berlin) ordnete im Gespräch mit der rbb Abendschau im Beitrag „Berlin baut Schutz fürs Stromnetz nach Anschlägen massiv aus“ vom 04.05.2026 die aktuellen Herausforderungen für die Sicherheit und Resilienz der Berliner Stromversorgung ein.
Auslöser sind jüngste Angriffe auf das Stromnetz, die in Berlin teils zu langanhaltenden Versorgungsunterbrechungen geführt haben und die Frage nach der Robustheit von Strominfrastrukturen neu aufwerfen. Im Zentrum seiner Einordnung steht die Notwendigkeit, Netzstrukturen langfristig widerstandsfähiger zu gestalten, insbesondere durch den Ausbau von Redundanzen im Stromnetz.
Der kurzfristige Fokus der Berliner Betreiber auf den Schutz besonders anfälliger, sogenannter neuralgischer Punkte, etwa durch Zäune, Videoüberwachung und verstärkten Wachschutz, sei für Prof. Strunz ein wichtiger erster Schritt. Diese Maßnahmen seien jedoch nur ein Teil der Lösung. Darauf aufbauend müsse das Stromnetz strukturell weiterentwickelt werden. Strunz verweist auf den wachsenden Anteil dezentraler Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie deren Speicherung. Dabei sieht er insbesondere in Photovoltaikanlagen auf Dächern sowie in der Nutzung von Batteriespeichern einschließlich der Batterien von Elektrofahrzeugen als potenzielle lokale Energiespeicher Potenzial.
Darüber hinaus plädierte er für eine stärkere Vermaschung der Stromnetze. Gemeint seien Netzarchitekturen in Form von Ring- oder Kreissystemen, in denen Strom über alternative Wege fließen kann (Redundanzen). Fällt eine Leitung aus, könne die Versorgung über andere Routen übernommen werden.
Die Kombination aus besserem Schutz sensibler Infrastruktur und einer flexibleren, dezentral unterstützten Netzstruktur gilt aus Sicht von Prof. Strunz als zentraler Baustein für ein zukunftssicheres Energiesystem.

Den orginal rbb Bericht “Berlin baut Schutz fürs Stromnetz nach Anschlägen massiv aus” vom 04.05.26 finden Sie hier:




